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Die Stimme für Kinder

28.05.2010

Experten, Patienten- und Elternvertreter fordern die Verbesserung der Überlebens- und Zukunftschancen frühgeborener Kinder in Deutschland

Anlässlich des heutigen Expertengesprächs im Deutschen Bundestag appellieren einhellig Experten, Patienten- und Elternvertreter an den Gemeinsamen Bundesausschuss im Juni die Mindestmengen in der Perinatalmedizin zu erhöhen: Eine Entscheidung, die Leben retten kann.



Im Juni dieses Jahres steht ein erneuter und vielleicht letztmaliger Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bevor, mit dem über die Überlebens- und Zukunftschancen frühgeborener Kinder in Deutschland entschieden wird. Es geht um die Frage, wie viele sehr kleine Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm ein Perinatalzentrum jährlich behandeln muss, um diese versorgen zu dürfen. Experten fordern eine Zahl von mindestens 50 Fällen pro Jahr, denn Erfahrung, Personal, Know-How und Ausstattung stehen im direkten Zusammenhang mit den Überlebenschancen der Frühgeborenen.

Heute diskutierten im Deutschen Bundestag namhafte Experten, Patienten- und Elternvertreter über die Notwendigkeit der Einführung hoher Mindestmengen in der Perinatalmedizin.  Prof. Dr. Christoph Bührer, Direktor der Klinik für Neonatologie der Charité, Prof. Dr. Rainer Rossi, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Perinatalzentrum des Vivantes Klinikums Neukölln, Prof. Dr. Christian Poets, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen sowie Dr. Günther Heller, Wissenschaftliches Institut der AOK, erläuterten anhand diverser Studien sowie Erfahrungen aus dem Ausland den direkten Zusammenhang zwischen der hohen jährlichen Fallzahl einer Klinik und der Überlebensrate sowie der gesunden Entwicklung der Frühgeborenen. So hat die AOK in der sog. Heller-Studie dezidiert nachgewiesen, dass die Einführung von Mindestmengen ganz konkret Leben rettet. Bei einer Mindestmenge von 31 Geburten pro Jahr wären dies 91 Kinder, bei 49 sogar 110 potentiell vermeidbare Todesfälle im Jahr.

Seit Jahren wird im G-BA über die Einführung von höheren Mindestmengen diskutiert. Die bisherige Zahl von 14 Geburten pro Jahr schätzen Experten, Patienten-, Eltern und Kassenvertreter als eindeutig zu gering ein „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die geforderte Zahl von 50 Frühgeborenen pro Jahr tatsächlich Leben retten kann. Ein kleiner Beschluss könnte hier Großes bewirken“, so Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe in Berlin. „Jede Verzögerung in der Entscheidung kostet wöchentlich Frühgeborenen in Deutschland das Leben“, so Ehrmann weiterhin.

„Die Kleinsten der Kleinen können nicht mehr länger warten. Nach jahrelangen fruchtlosen Diskussionen muss nun endlich eine Entscheidung her“, fordert Hans-Jürgen Wirthl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“.


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